Archive for the 'Intranet Management' Category

The recession-proof Intranet [im Intranet Life Blog]

Auf dem letztwöchigen IBF Global Member Meeting in Liverpool wurde unter anderem auch darüber diskutiert, wie man ein Intranet “rezesionssicher” machen kann. Die gesammelten Ideen dazu habe ich im Intranet Life Blog festgehalten:

The recession-proof Intranet

Intranets operieren im Vakuum des mangelnden Managements von intellektuellem Kapital

Das ist mein Fazit nach Lektüre der Studie “Wie intellektuelles Kapital Werte schafft” ( Deutsche Bank Research, 18.06.2008).

Die Studie befasst sich mit Wissensbilanzen, also Instrumenten zur strukturierten Erfassung und strategischen Steuerung von intellektuellem Kapital. Dadurch soll ermöglicht werden, dass “Unternehmen [...] systematischer mit ihrem intellektuellen Kapital umgehen, [denn] Vermögenswerte wie Qualifikationen, Innovationskraft und Kundenbeziehungen sind heute ihre wichtigsten Wettbewerbsvorteile.”

Diese systematische Vorgehensweise zum Management von intellektuellem Kapital wird erst bei einer verschwindend geringen Anzahl von Unternehmen eingesetzt (die Studie spricht von “über 150 Unternehmen”). Dort, wo intellektuelles Kapital nicht “gemanaged” wird, bleibt es sich selbst (und somit dem Zufall) überlassen. Dementsprechend operiert auch das Intranet, als Mittel zum Management von Informationen, Wissen und Beziehungen im Vakuum.

Dabei bieten Intranets zahlreiche Möglichkeiten zur Steuerung und Optimierung derartiger Vermögenswerte. Folglich sollten Instrumente wie Wissenbilanzen von Intranet Managern mit offenen Armen begrüsst, gefördert und genutzt werden.

In einem Unternehmen, in dem bspw. die Wissensbilanz als stragisches Werkzeug angesehen wird, das Intranet jedoch nicht, kann die Zusammenarbeit von Wissensbilanz und Intranet zu einer neuen Wahrnehmung des Intranets im Management führen.

Ansatzpunkte dafür gibt es mehr als genug. Wenn bspw. ein durch die Wissensbilanz aufgedeckter Schwachpunkt das Wissen um den aktuellen Qualifikationsstand der Mitarbeiter ist (was in vielen Unternehmen der Fall sein dürfte, da sich eine systematische Erfassung i.d.R. auf formelle Weiterbildungsmassnahmen beschränkt, durch laufende Praxis gewonnene Erfahrungen, Kenntnisse und Fähigkeiten jedoch undokumentiert bleiben), kann das Employee Directory (Intranet Telefonbuch) als Sammelpunkt für qualifikationsbezogene Informationen eine Lösung darstellen (z.B. durch Integration von Ansätzen des Social Networking, wie in meiner jüngst für das Intranet Benchmarking Forum veröffentlichten Studie “Employee Directory Wave Three” beschrieben) .

Links:

Arbeitskreis diskutiert mobiles Internet und Intranet

Auf Initiative und Einladung von Saim Alkan (aexea) kamen gestern in Stuttgart 12 Fachleute zum Thema Einsatz von Internet und Intranet auf Mobiltelefonen zusammen.

Neben spannenden Vorträgen wurden gemeinsam offene Fragen und nächste Schritte erarbeitet.

Saim hat im text-gold.de Blog live darüber berichtet: Mobile Intranet und Internet - aexea Fachmeeting in Stuttgart

Meine Präsentation zum Thema “Mobile Intranets” ist auf meiner Website zum Download verfügbar: Mobile Intranets (PDF, 350 kB)

Reorganisation? Investieren Sie lieber in Ihr Intranet!

Viele Unternehmen erachten Reorganisationen als wirksames (bzw. notwendiges) Mittel zur Umsetzung ihrer (veränderten) Unternehmensstrategien.

Wie eine umfangreiche Studie von Booz & Company bei über 1′000 Unternehmen in mehr als 50 Ländern zeigt, sind andere Faktoren jedoch für die Umsetzbarkeit von Strategien deutlich wichtiger. Die bedeutendste Rolle spielen mit 54 von 100 Punkten dabei Merkmale aus der Kategorie “Information“. Klare Entscheidungswege (50 von 100) sind ähnlich wichtig. Weit abgeschlagen sind hingegen die Kategorien Motivationsfaktoren (26) und Strukturen (25 Punkte - zu dieser Kategorie zählen auch Reorg-Massnahmen).

Die fünf wichtigsten Einzelmerkmale (von insgesamt 17) aus allen Kategorien sind:

  1. Everyone has a good idea of the decisions and actions for which he or she is responsible
  2. Important information about the competitive environment gets to headquarters quickly
  3. Once made, decisions are rarely second-guessed
  4. Information flows freely across organizational boundaries
  5. Field and line employees usually have the information they need to understand the bottom-line impact of their day-to-day choices

Die Rolle, die das Intranet bei den Punkten 2., 4. und 5. spielt (oder spielen sollte) dürfte offensichtlich sein. Aber auch bspw. der Punkt 1. (der der Kategorie “Klare Entscheidungswere” zugehört) kann und sollte durch ein Intranet unterstützt werden, z.B. durch

  • umfassende und transparente Dokumentation der Entscheidungsbefugnisse und -prozesse,
  • entsprechend angereicherte Informationen im “Telefonbuch” (um bei Unsicherheiten bspw. herausfinden zu können, welche andere Person ggf. in diesem Bereich noch Entscheidungskompetenzen haben könnte),
  • Abbildung formaler Entscheidungswege (damit nicht versehentlich jemand vergessen wird oder nach einer Entscheidung durchzuführende Schritte übersehen werden)
  • Kommunikation der Entscheidungen im Intranet
  • etc.

Auch die Demokratisierung von Entscheidungen durch Social Media Ansätze kommt hier in den Sinn (bspw. mittels Prediction Markets).

Auch zu den meisten anderen in der Studie verwendeten Merkmalen fallen einem schnell Ansatzpunkte ein, wie das Intranet diese und damit die Fähigkeit des Unternehmens zur Strategieumsetzung unterstützen kann.

Die Studienergebnisse stellen für Intranet-Verwantliche eine Chance dar, (wieder einmal) auf die strategische Bedeutung ihres Intranets für das Unternehmen hin zu weisen und konkrete Ansätze aufzuzeigen, wie mit dem Intranet die Ziele des Unternehmens gezielt unterstützt werden können.

Eine Zusammenfassung der Studie ist im Havard Business Review erschienen und auch als PDF von Booz & Co. verfügbar: The Secrets to Successful Strategy Execution