Tag Archive for 'Enterprise 2.0'

Präsentationen vom International Forum on Enterprise 2.0

Am 25. Juni fand in Varese das “International Forum on Enterprise 2.0″ statt. Wer wie ich nicht selber dort sein konnte, kann hier auf die Präsentationen zugreifen.

Danke an Leila Summa für den Hinweis!

Presentation “Enterprise Search 2.0″ at enterprise2open

I’ve done a little presentation about the changing nature of Enterprise Search in the light of Social Software and Web 2.0 in the Enterprise at the enterprise2open:

Enterprise Search 2.0 (PDF, 0.9 MB)
(most of it was a live demo in the web - links are enclosed in the PDF)

The agenda of the event is available in a previous post: Programm der enterprise2open (in German)

Programm der enterprise2open

Heute findet in der CeBIT Content Management Arena die barCamp-ähnliche “enterprise2open” statt.

Bei diesem offenen Format kann jeder der Anwesenden einen Vortrag zum Themenbereich Enterprise 2.0 halten. Damit die spontan zusammengestellte Agenda nach dem Event nicht im Nirwana versinkt, hier die Programmpunkte:

  • Wiki-Patterns, Martin Koser (frogpond)
  • Demo: People Centric Approach, Toby Baier (Coremedia)
  • Net Culture, Oliver Gassner (Carpe)
  • Enterprise Search 2.0, Stephan Schillerwein (Schillerwein Net Consulting)
  • Applications inside Wiki: using examples with xwiki and google sites, Ludovic Dubost (xwiki.org)
  • Enterprise 2.0 in CoreMedia, Sören Stamer (CoreMedia)
  • Exo Platform - Enterprise Desktop, Jéremie Joslin (eXo Platform)

Werde das später noch verlinken… ;-)

Enterprise Twitter – mit Micro-Blogging immer up-to-date bleiben [Live Blogging]

Nachdem Martin Koser von frogpond Social Software Consulting gerade über „Erfolgsfaktoren der Wiki-Einführung in KMU’s“ referiert hat (und viele Fragen beantworten durfte – selbst an einem „Laufpublikums-Tag“ wie dem heutigen Samstag stösst ein Thema wie Wiki also auf breites Interesse) folgt auf der Content Management Arena in der Session „Wikis & Weblogs als Web-Auftritt“ nun Christian Pesch von Coremedia, der eine Experimentierversion eines „Enterprise Microblogs“ präsentiert, das das Unternehmen bereits intern einsetzt.

Enterprise 2.0: Microblogging mit trillr

Micro-Blogging ist ein noch recht unbekannter Web 2.0-Ansatz. Ich bin (laut den Handmeldungen) der einzige im Publikum, der regelmässig micro-blogged (na ja, so halb regelmässig…).

Mirco-Blogs (bekanntester Vertreter ist Twitter) sind kurze Textnachrichten, die wie normale Blog-Einträge auch veröffentlicht werden (vergleichbar mit einer SMS, die man aber nicht an eine Person sendet, sondern ans ganze Web). Diese Postings („tweets“ genannt) kann man „abonnieren“ und so über die Aktivitäten, Anliegen und Gedanken der Personen denen man “folgt” sehr zeitnah informiert bleiben.

Der Nutzen bzw. Vorteil für den User ist laut Pesch u.U. nicht auf den ersten Blick ersichtlich bzw. erschliessbar, so dass meist erst Unverständnis und Skeptik, dann häufig auf das Ausprobieren aber eine grosse Wertschätzung dieser Dienste folgt.
(ich selber befinde mich aktuell eher noch in der Phase der Skepsis…)

Ein sehr zeitnahes Lesen der Tweets ist wichtig, Blogs liest man auch noch Tage später, tweets haben dann ihre Relevanz vielfach schon verloren. Deshalb ist mobile Verwendbarkeit (z.B. per SMS aufs Handy) unabdingbar.

Im Unternehmen kommt zusätzlich „Privatheit“ als entscheidender Faktor dazu, da nicht alle Infos öffentlich zugreifbar sein sollen, sondern gezielt bspw. nur für interne Benutzer oder Partner zur Verfügung gestellt werden sollen.

Nun zeigt der Referent eine Live Demo des Systems, dessen Startseite öffentlich zugänglich ist: www.trillr.com

Sieht fast genau wie Twitter aus ;-) Der Prototyp ist in nur 3 Tagen Entwicklung entstanden. Öffentliche Tweets können per vorangestellten „t „ auch gleich nach Twitter weiter gepostet werden. Auch mit einem Client wie snitter kann Trillr „bestückt“ werden.

Frage aus dem Publikum:

„Was ist der wirkliche Mehrwert, der Business Value davon“?

  • Näher zusammen rücken
  • Wissen des Netzes passiv und aktiv nutzbar machen (z.B. Fragen an das Netz stellen)
  • Dokumentierung von Ereignissen, aktuellen Situationen
  • Leute suchen, Messages rausbringen – Ersatz für Massenemails, Reduktion der cc:-Flut

Als konrektes Beispiel aus der eigenen Praxis nannte Christian Pesch (der unter cpesch in Twitter ist) das kurzfristige Suchen eines Ersatzspeakers für einen Kongress. Kurz nachdem das in Trillr veröffentlicht wurde, meldete sich ein Kollege und übernahm das Referat.

Mein Fazit: bei Micro-Blogging geht es um das, was im Englischen so schön ’serendipity’ genannt wird, also das zufällige (aber nutzenstiftende) Mitbekommen von Informationen und Ereignissen. Daraus können Synergien entstehen (wenn man bspw. zufällig von einem Projekt erfährt, das für den eigenen Arbeitsbereich von Relevanz ist), Doppelarbeiten vermieden werden (wenn man bspw. mitbekommt, dass ein anderer Kollege gerade heute bei einem Kunden ist, den man auch mal wieder besuchen wollte) und generell ein besserer Überblick über die aktuellen Aktivitäten von Kollegen, Partnern etc. bekommen (v.a. in geographisch verteilten Teams).

Wikinomics im Intranet (1)

Endlich bin ich dazu gekommen das sehenswerte Video mit Don Tapscott über Wikinomics von der Web 2.0 expo in Berlin an zu schauen.

Wikinomics ist die Anwendung des Wiki-Prinzips auf die gesamte Wirtschaft, also v.a. Mass Collaboration und Peer Production in allen Lebensbereichen. Nicht fest definierte Organisationen wie Unternehmen, sondern eben die (beliebigen) Personen, die sich zur Lösung einer Aufgabe, Mitarbeit an einem Produkt etc. berufen fühlen, kommen zusammen und produzieren Dinge, Services, Inhalte usw.
(s.a. Wikinomics bei Wikipedia)

Wie kann dieses Prinzip, das von einigen Organisationen schon mit grossem Erfolg angewendet wird (s. Beispiele im Wikinomics Buch), auf’s Intranet übertragen werden?

Ein paar Gedanken dazu:

Creating Context (instead of Content)

Beispiel für die Anwendung des Wikinomics-Prinzip: nicht selber Video-Inhalte produzieren (wie z.B. ein Fernsehsender), sondern eine Plattform bereitstellen, auf der jeder seine Filme veröffentlichen kann (wie z.B. YouTube).

Dieses Prinzip findet in allen dezentral bewirtschafteten Intranets bereits grundsätzlich Anwendung, z.B.:

  • Es wird eine Plattform (z.B. ein CMS) bereitgestellt, auf der Autoren dann Inhalte einstellen können. Die Überlegenheit gegenüber dem früher häufig anzutreffenden Webmaster-Modell oder einer ausschliesslich zentralen Redaktion ist einleuchtend (obwohl letzteres bei sehr stark kommunikations-orientierten Intranets durchaus noch vorkommt).
  • Über eine gemeinsame Informationsarchitektur wird Kontext (und mit ihm Orientierung) geschaffen.
  • Eventuell vorhandene Möglichkeiten zum Tagging, Kommentieren, Rating etc. schaffen Kontext über den eigentlichen Content hinaus, in dem sie Zusammenhänge mit anderen Personen und deren Meinungen und Vorstellungen mit einbeziehen.

Es gibt also bereits Kontext, trotzdem ist gerade das Content Management ein Hauptproblem für viele Intranets: von zu wenig (oder den „falschen“) Autoren über veralteten und trivialen Content bis zur mangelnden Vertrauenswürdigkeit der Inhalte (z.B. aufgrund mehrerer Versionen der gleichen Information) reichen die Schwierigkeiten, die manchmal auch mit grossen Anstrengungen nur unbefriedigend gelöst werden können.

Neben kulturellen Faktoren, die häufig hinter diesen Problemen stehen, gibt es z.B. folgende Ursachen und Anknüpfungspunkte (aus Wikinomics-Perspektive):

  • Autoren: „Everyone is a Publisher“ - das habe ich als Intranet Manager im Jahr 2001 meinem damaligen Arbeitgeber vorgeschlagen um den Kreis der Autoren von ca. zwei Dutzend auf potentiell mehrere Tausend zu erweitern und so Content von jeder „Front“ des Unternehmens schnell, unaufwändig und ohne Umwege für das gesamte Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Denn das Problem mit den Intranet Autoren ist wohl das, dass es überhaupt Intranet Autoren gibt! (zentrale Intranet Redaktionen bspw. für die interne Kommunikation u.ä. ausgenommen). Nur wenn jeder direkt und ohne „Anfangsinvestition“ (z.B. Schulungsbesuch) Content bereitstellen kann, ist ein Abdecken aller relevanten Informationen, Tätigkeitsbereiche, Aktivitäten und aktuellen Geschehnissen in einer Organisation überhaupt möglich. Selbstverständlich muss das dann auch tatsächlich getan werden (Arbeitskultur) und Mechanismen zur sinnvollen Lenkung und Filterung dieser Informationen existieren.
    Dieser Vorgang ist für uns „Büromenschen“ seit der flächendeckenden Verbreitung von Email im Prinzip schon selbst verständlich. Allerdings unter dem entscheidenden Vorbehalt der adressierten und damit (scheinbar) kontrollierten Kommunikation. Zur für jeden sichtbaren Publikation von Informationen gibt es somit (vor allem mental) einen tiefen Graben.
    Blogs und Wikis, aber auch Tagging und jede andere Form des Einbezugs der Benutzer sind Schritte um diesen Graben langsam aber sicher zu zuschütten.
  • Content und Personen: Intranet-Inhalte haben heute meist einen geringen Bezug zu Personen. Auch wenn die Nennung und Verlinkung des Autors zu jedem Content in den meisten Intranets inzwischen Standard ist, stehen Dinge wie Themenbereiche, Produkte, Prozesse oder Abteilungen meist im Vordergrund. Auch die zum Autor abrufbaren Informationen beschränken sich meist (neben den Kontaktdaten) auf diese rein inhaltsbezogenen Aspekte. Wer der Autor ist, woran er gerade arbeitet, was seine (beruflichen) Interessen sind, bleibt meist im Dunkeln. Der Leser kann dadurch keine Beziehung zum Autor (dessen Gedankenwelt, Motivationen, etc.) aufbauen, entsprechend bleibt auch der Content “anonym”. Dieser Um- oder besser Missstand ist wohl ein Relikt aus der Printwelt (wo der Leser i.d.R. auch keine Beziehung zum Redakteur hat - Starjournalisten, Kolumnenschreiber etc. natürlich ausgenommen), steht aber im deutlichen Gegensatz zur sonstigen Erlebniswelt, in der Informationen viel stärker mit Personen verknüpft sind. Das “Wer?” ist nicht nur bei Reden von Politikern oder Hollywood-Stars in Filmen ein entscheidender Faktor, sondern sogar bei trivialen Dingen wie dem Absender einer Email. Die Person ist oft mindestens so wichtig, wie der Inhalt. Das wird bei Intranets noch häufig ausser Acht gelassen,
    Geeignetes Instrument um hier Abhilfe zu schaffen ist das „Telefonbuch“ (Employee Directory), das sinnvoll erweitert und ergänzt werden sollte, um den Mitarbeitern echten Kontext zu geben, der sich dann wiederum auf den Kontext des Contents vererben kann. Ein gutes Beispiel sind hier sicher die „Blue Pages“ von IBM (vgl. “mITeinander im Web 2.0“ von Peter Schütt (PDF, >1 MB, Folien 15 + 16) aber natürlich auch die öffentlichen “Pendants” wie Xing, Facebook und Konsorten.

Auch bspw. benutzergenerierte Tags als Ergänzung bestehender Metadaten und Informationsarchitekturen oder Mash-up Plattformen (auf denen sich die Mitarbeiter selber Anwendungen und Informations-Verknüpfungen erstellen können) sind weitere Möglichkeiten zur Schaffung von Kontext, die das eigenverantwortliche und selbstmotivierte Erzeugen und Bereitstellen von Content fördern und verbessern.

Im zweiten Teil möchte ich den Aspekt „Peering“ und Selbstorganisation unter die Lupe nehmen (oder doch lieber den Aspekt „act global“?).

p.s.: Der „Everyone is a Publisher“-Vorschlag ist damals nicht auf grosses Verständnis gestossen und die Probleme im Content Management blieben (trotz grosser Anstrenungen) bestehen … ;-) Heute wäre die Argumentation sicher (etwas) leichter.