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Reibungsgewinne für’s Intranet realisieren

Reibungsverluste dürften den meisten Intranet-Verantwortlichen nur zu gut bekannt sein: politische Machtspielchen, Technologiegefangenheit, Veränderungsunwilligkeit, Mitspracherechte, Datenschutzbedenken etc. etc.
Meist führen sie dazu, dass (dringend benötigte) Intranet-Innovationen nicht, nur teilweise oder verzögert eingeführt werden.

Auf der anderen Seite entwickelt sich das Web (2.0) immer stärker zu einer Innovationslokomotive deren bereits enorme Geschwindigkeit stetig weiter zunimmt. Intranets bleiben im Vergleich dazu immer deutlicher zurück, die Schere zwischen möglichen und ausgeschöpften Potentialen öffnet sich immer weiter.

Innovationsaversion ist häufig in den Aspekten „neu“ und „unbekannt“ begründet, deshalb sieht man Risiken statt Chancen, Veränderungsaufwände statt Effizienzgewinne.
Um dem Neuen das Neue und dem Unbekannten das Unbekannte zu nehmen, reicht es (meist) nicht aus, darüber zu reden, Folienschlachten zu liefern oder zentnerschwere Feinspezifikationen zu schreiben. Nutzer und Entscheider müssen es „anfassen“ und ausprobieren können.

Das Intranet Labor

Jeder Forschungs- & Entwicklungsbereich hat es: ein Labor zum Experimentieren und Ausprobieren, zum Testen, Gutbefinden und Verwerfen.

Wieso nicht auch für’s Intranet? Ein Test-Intranet hinter dem offiziellen Intranet, das nur einen Klick entfernt alles bietet, was das normale Intranet auch bietet, plus zusätzliche neue Möglichkeiten. Ohne Gewähr und zum Ausprobieren. Die innovativen, aufgeschlossenen Köpfe in der Organisation (und diejenigen, die in den adressierten Bereichen ein Bedürfnis haben) können die Features testen und für ihre Zwecke einsetzen. Was gut ankommt und Nutzen generiert kann ins eigentliche Intranet übernommen werden (und ist dann bereits nicht mehr neu und unbekannt, sondern hat seine Bewährungsprobe schon hinter sich), alles andere wird wieder eingestampft.

Schier endlose Konzeptions-, Diskussions- und Entscheidungsprozesse werden (drastisch) verkürzt, die Innovationsgeschwindigkeit erheblich erhöht, echte Bedürfnisse lokalisiert und befriedigt, das Risiko von Weiterentwicklungsmassnahmen stark minimiert. Selbstverständlich bedarf es eines Budgets zum „Betrieb“ des Labors, einer sorgfältigen Auswahl der Labor-Projekte und einer Intranet-Plattform, die eine derartige Flexibilität sinnvoll ermöglicht.

Ein Teil des Charme ist sicher, dass das Labor harte Fakten statt weicher Meinungsspielbälle liefert, nutzbare Services statt Konzeptionspapieren erzeugt. Und dann ist es plötzlich so, als ob die kleine (fast stehende) „Dampflok Intranet“ sich am (rasant fahrenden) „ICE Internet“ anlehnt und von dessen Geschwindigkeit endlich stärker profitieren kann. Dass bei diesem Reibungsgewinn auch Reibungswärme erzeugt wird, dürfte offensichtlich sein…

Das Intranet hat ein Imageproblem

In letzter Zeit sehe ich häufiger Kommentare, die Intranets als langweilige, veraltete Instrumente längst vergangener Tage abtun.

Ohne Zweifel sind viele Intranets charmelose CMS-basierte Daten-Friedhöfe. Daher kommt es wohl auch, dass als Definition eines Intranets in vielen Köpfen “internes, statisches, zentralistisches Content-Silo für Top-down-Infos” festgeschrieben ist.

Aber wieso wird das Intranet nicht wie das Internet gesehen? Als Plattform, auf der beliebige (web-basierte) Anwendungen laufen können. Blogs, Wikis, Social Networks etc. sind dann integraler Bestandteil dieser Plattform und nicht losgelöste Instrumente.

Ein so verstandenes Intranet wird heute wie morgen Nutzen stiften, bietet die Flexibilität sich auf zukünftige Entwicklungen sowie Bedürfnisse von Benutzern und Unternehmen anzupassen und verhindert, dass das Rad unter Wiederholung der Fehler der Vergangenheit immer wieder neu erfunden werden muss.