Social Search to the rescue of bad intranet findability? [im Intranet Life Blog]

Der Juni neigt sich dem Ende zu und hier ist mein somit vorerst letzter Gastbeitrag im Intranet Life Blog:

Social Search to the rescue of bad intranet findability?

Zum gleichen Thema habe ich auch auf der enterprise2open im Rahmen der CeBit 2008 ein Referat gehalten: Enterprise Search 2.0.

Put Facebook on your Intranet

Die Ankündigung heisst im Original zwar etwas anders (“Put Facebook on your website, says startup“), aber nach Durchsicht der Präsentation von Ringside Networks stellte ich mir natürlich gleich die Frage, welche Auswirkung dies auf Intranets haben könnte?

Eigentlich die gleichen wie für Websites (Zugriffsrechte, Firewall-Überwindungsproblematiken, etc. mal aussen vor gelassen):

  • Any [intranet] should be able to embed Social [networks and applications]
  • Any [intranet] should be able to integrate easily with other Social Networks

(vgl. The Social Application Platform (PDF))

Enterprise Twitter – mit Micro-Blogging immer up-to-date bleiben [Live Blogging]

Nachdem Martin Koser von frogpond Social Software Consulting gerade über „Erfolgsfaktoren der Wiki-Einführung in KMU’s“ referiert hat (und viele Fragen beantworten durfte – selbst an einem „Laufpublikums-Tag“ wie dem heutigen Samstag stösst ein Thema wie Wiki also auf breites Interesse) folgt auf der Content Management Arena in der Session „Wikis & Weblogs als Web-Auftritt“ nun Christian Pesch von Coremedia, der eine Experimentierversion eines „Enterprise Microblogs“ präsentiert, das das Unternehmen bereits intern einsetzt.

Enterprise 2.0: Microblogging mit trillr

Micro-Blogging ist ein noch recht unbekannter Web 2.0-Ansatz. Ich bin (laut den Handmeldungen) der einzige im Publikum, der regelmässig micro-blogged (na ja, so halb regelmässig…).

Mirco-Blogs (bekanntester Vertreter ist Twitter) sind kurze Textnachrichten, die wie normale Blog-Einträge auch veröffentlicht werden (vergleichbar mit einer SMS, die man aber nicht an eine Person sendet, sondern ans ganze Web). Diese Postings („tweets“ genannt) kann man „abonnieren“ und so über die Aktivitäten, Anliegen und Gedanken der Personen denen man “folgt” sehr zeitnah informiert bleiben.

Der Nutzen bzw. Vorteil für den User ist laut Pesch u.U. nicht auf den ersten Blick ersichtlich bzw. erschliessbar, so dass meist erst Unverständnis und Skeptik, dann häufig auf das Ausprobieren aber eine grosse Wertschätzung dieser Dienste folgt.
(ich selber befinde mich aktuell eher noch in der Phase der Skepsis…)

Ein sehr zeitnahes Lesen der Tweets ist wichtig, Blogs liest man auch noch Tage später, tweets haben dann ihre Relevanz vielfach schon verloren. Deshalb ist mobile Verwendbarkeit (z.B. per SMS aufs Handy) unabdingbar.

Im Unternehmen kommt zusätzlich „Privatheit“ als entscheidender Faktor dazu, da nicht alle Infos öffentlich zugreifbar sein sollen, sondern gezielt bspw. nur für interne Benutzer oder Partner zur Verfügung gestellt werden sollen.

Nun zeigt der Referent eine Live Demo des Systems, dessen Startseite öffentlich zugänglich ist: www.trillr.com

Sieht fast genau wie Twitter aus ;-) Der Prototyp ist in nur 3 Tagen Entwicklung entstanden. Öffentliche Tweets können per vorangestellten „t „ auch gleich nach Twitter weiter gepostet werden. Auch mit einem Client wie snitter kann Trillr „bestückt“ werden.

Frage aus dem Publikum:

„Was ist der wirkliche Mehrwert, der Business Value davon“?

  • Näher zusammen rücken
  • Wissen des Netzes passiv und aktiv nutzbar machen (z.B. Fragen an das Netz stellen)
  • Dokumentierung von Ereignissen, aktuellen Situationen
  • Leute suchen, Messages rausbringen – Ersatz für Massenemails, Reduktion der cc:-Flut

Als konrektes Beispiel aus der eigenen Praxis nannte Christian Pesch (der unter cpesch in Twitter ist) das kurzfristige Suchen eines Ersatzspeakers für einen Kongress. Kurz nachdem das in Trillr veröffentlicht wurde, meldete sich ein Kollege und übernahm das Referat.

Mein Fazit: bei Micro-Blogging geht es um das, was im Englischen so schön ‘serendipity’ genannt wird, also das zufällige (aber nutzenstiftende) Mitbekommen von Informationen und Ereignissen. Daraus können Synergien entstehen (wenn man bspw. zufällig von einem Projekt erfährt, das für den eigenen Arbeitsbereich von Relevanz ist), Doppelarbeiten vermieden werden (wenn man bspw. mitbekommt, dass ein anderer Kollege gerade heute bei einem Kunden ist, den man auch mal wieder besuchen wollte) und generell ein besserer Überblick über die aktuellen Aktivitäten von Kollegen, Partnern etc. bekommen (v.a. in geographisch verteilten Teams).

Communities um Objekte herum konzipieren

Thomas Vander Wal (der Vater der “Folksonomy“) hat einen sehr interessanten Blog-Post über “The Elements in the Social Software Stack” geschrieben.

Kernaussage (für mich) ist:

Interessen und folglich Diskussionen und Verbundenheit entstehen häufig (und auch leichter) um Objekte herum. Bestes Beispiel sind sicher die z.T. sehr zahlreichen Kommentare auf Sites wie flickr oder youtube zu den dortigen Photos und Videos.

Eigentlich ist das ja auch eingänglich: wenn bspw. eine Gruppe von Intranet Managern das erste mal zusammen kommt, ist der Austausch anfänglich (trotz gemeinsamem Interessengebiets) oft eher zögerlich. Legt hingegen einer der Anwesenden einen Screenshot seines Intranets auf den Tisch (bietet also ein Objekt zur Stellungnahme und Diskussion an), geht der Austausch sofort und intensiv los.

Auch in Intranet Diskussionsforen fehlt diese Beziehung zu einem Objekt meistens – und dementsprechend gering ist üblicherweise die Beteiligung (natürlich ist das nicht der einzige Grund).
Anstatt das Forum also losgelöst als eigenständigen Bereich des Intranets zu konzipieren, sollte besser eine Kommentar- oder Forumsfunktion direkt an jedem Content (als Diskussionsobjekt) angeboten werden. Somit ist das Forum und seine Einträge immer im thematischen Zusammenhang sichtbar und die Benutzer “stolpern” automatisch darüber und werden so eher zur Teilnahme angeregt.